Hydrocephalus – Allgemeines zur Therapie

Die Hydrocephalustherapie
Der Hydrocephalus (vom griechischen abgeleitet: Wasserkopf) ist eine Erkrankung verursacht durch Störungen im Wasser- und Hirnwasserkreislauf des Zentralnervensystems. Viele Ursachen und wissenschaftliche Hintergründe sind bis heute noch unklar und Gegenstand intensiver Forschung.
Die Behandlung der Störungen des Hirnwasserkreislaufs haben sich in den letzten 20 Jahren deutlich verbessert und basieren vor allem auf eingehender Untersuchung des individuellen Patienten. Endoskopische Behandlungsverfahren sowie spezielle Hirnwasserableitungen als auch telemetrische Messsonden gehören heutzutage zum Behandlungsspektrum der Kinderneurochirurgie.
Die Hydrocephalustherapie ist aufgrund der vorangegangenen Erläuterungen zur Geschichte und Theorien noch immer komplex und schwierig. Es gibt unzählige Ursachen und Ausprägungsformen und jeder Patient unterscheidet sich von dem anderen durch seine ganz spezifischen Symptome aber auch radiologischen und physiologischen Befunde. Nur von Bildern, Messwerten oder klinischen Befunden allein kann man keine gezielte Therapie führen, sondern die Kombination aus allen vorhandenen diagnostischen Tests, Messmethoden und auch neuesten bildgebenden Verfahren (MRT und Sonographie) erlauben es, ihr Kind einer optimalen Therapie zuzuführen. Noch immer wird ein Teil der kleinen Patienten nicht behandelt und leidet dann im Erwachsenenalter unter schwersten neurologischen Störungen bis hin zur Pflegebedürftigkeit. Dies zu verhindern ist die Aufgabe des Kinderneurochirurgen. Wir sind deshalb auch wissenschaftlich engagiert. Ziel ist es, die Diagnostik noch weiter zu verbessern, um Eltern und Patienten eine optimale Einschätzung der Prognose, der Therapieverfahren und Behandlungsbedürftigkeit geben zu können. Nur dem pädiatrischen Neurochirurgen steht dabei das gesamte Arsenal invasiver und nicht-invasiver Diagnostik zur Verfügung:
- Telemetrische Langzeithirndruckmessung (ICP-Messung)
- Liquordynamikmessung
- Ventrikuläre Infusionstestung
- Shuntanlage als Ventrikuloperitoneale und Ventrikuloatriale Ableitung
- Endoskopische Ventrikulozisternostomien
- Kombinierte endoskopische Eingriffe mit Shuntoperation
- Endoskopische Zystenfensterungen und Septostomien
- Therapie von Chiari Malformationen
- Ventrikulographien und Shuntdynamikmessungen
Gerade bei komplexen Fällen und schwieriger Indikationsstellung bei milden Formen ist häufig eine genaue Diagnostik, Kenntnis der Pathophysiologie und der Langzeitverläufe notwendig, welche nur von hochspezialisierten Kinderneurochirurgen getroffen werden können. Das Team der Kinderneurochirurgie steht hierfür zur Verfügung, um Ihnen und Ihrem Kind eine optimale Therapie und vor allem Langzeitbetreuung zu gewährleisten. Zu den in Deutschland üblichen Shuntsystemen zählen: Codman Hakim (ehemals Cordis Hakim), Unishunt, Spitz-Holter, Strata Valve, OSV II, Sophysa Ventile und Miethke Ventile.
Weitere Informationen und Kontakt erhalten sie unter hydrozephalus@kinderneurochirurgie-leipzig.de
Hydrocephalus-Sprechstunde
Für die häufig langjährige und komplexe ambulante Betreuung stehen neben Sprechstunden der Sozialpädiatrischen Zentren (SPZ) auch Hydrocephalus-Spezialsprechstunden zur Verfügung. Nur durch engmaschige ambulante Kontrollen kann ein optimales Ergebnis der Behandlung bis ins Erwachsenenalter gewährleistet werden.
Informationen zur Hydrocephalus-Sprechstunde können Sie per Email hier abrufen:
Patientenanfragen oder Terminvereinbarungen für die Pädiatrische Hydrocephalus-Sprechstunde:
+43 (0) 5 7255 – 26222
Patienten aus Deutschland können mit dem S2-Formular auch Ihre geplanten Kontrollen wahrnehmen. Informationen zur Behandlung in Österreich finden Sie hier: https://www.krankenkassen.de/ausland/portable/s2/
Begriffe kurz erklärt
- Hydrocephalustherapie: Der Hydrocephalus (vom griechischen abgeleitet: Wasserkopf) ist eine Erkrankung verursacht durch Störungen im Wasser- und Hirnwasserkreislauf des Zentralnervensystems.
