Dermalsinus
Was ist ein Dermalsinus?
Der Dermalsinus ist eine Minimalform der Spina bifida, bei dem nur ein kleiner Gang zwischen Hautoberfläche und Rückenmarkskanal besteht. In der Regel zeigt sich der Dermalsinus bei der Betrachtung des Rückens als kleine Pore oder Einziehung. Auch wenn hier meist kein Rückenmarkswasser entweicht, besteht für die Kinder ein hohes Risiko für das Eindringen von Bakterien und damit Hirnhautentzündung (Meningitis) oder Abszessbildung. Dies kann zu massiven bleibenden neurologischen Schäden bis hin zur Querschnittslähmung führen. Durch die Anheftung des Rückenmarks an der Gangstruktur wird beim Wachstum des Kindes das Rückenmark gedehnt und kann hier zu Schmerzen, Fehlwachstum der Wirbelsäule und chronischen Rückenmarksschäden führen (sog. Tethered Cord Syndrom). Vor allem die schleichende Entwicklung eines Tethered Cord Syndroms (TCS) kann noch im Erwachsenenalter zu einer schweren neurologischen Störung, Schmerzen und Lähmungen führen.
Häufig wird die Erkrankung unterschätzt und kein Verschluss durchgeführt, obwohl dies weit über den ästhetischen Aspekt hinaus geht. Es ist in jedem Fall die genaue Diagnostik (MRT), pädiatrisch-neurochirurgische Beratung und operative Versorgung notwendig. Die ausführliche Beratung und Indikationsstellung durch einen erfahrenen Kinderneurochirurgen ist hierbei wesentlich, um zwischen einer harmlosen Veränderung und einer gefährlicheren Rückenmarksanheftung mit neurologischem Risiko für ihr Kind zu unterscheiden.
Spina-Bifida-Ambulanz
Für die häufig langjährige und komplexe ambulante Betreuung stehen neben Sprechstunden der Neuropädiatrie und Kinderchirurgie auch die Spina-Bifida-Spezialsprechstunde zur Verfügung. Nur durch engmaschige ambulante Kontrollen kann ein optimales Ergebnis der Behandlung bis ins Erwachsenenalter gewährleistet werden.
Informationen zur Spina-Bifida-Sprechstunde können Sie per Email hier abrufen:
Patientenanfragen oder Terminvereinbarungen für die Pädiatrische Spina-Bifida-Sprechstunde:
+43 (0) 5 7255 – 26222
Patienten aus Deutschland können mit dem S2-Formular auch Ihre geplanten Kontrollen wahrnehmen. Informationen zur Behandlung in Österreich finden Sie hier: https://www.krankenkassen.de/ausland/portable/s2/
Begriffe kurz erklärt
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Spina bifida: Eine Neuralrohrfehlbildung, die unterschiedliche Ausprägungen haben kann und sich entsprechend unterschiedlich schwer auswirkt. Das zeitliche Fenster für die Entstehung liegt zwischen dem 22. und 28. Tag der Embryonalentwicklung. In Mitteleuropa tritt eine Spina bifida durchschnittlich bei einem von 1000 Kindern auf. Etwa die Hälfte der in Deutschland pro Jahr auftretenden Fälle könnte durch zusätzliche Folsäurezufuhr um den Konzeptionszeitpunkt verhindert werden.
