Hydrocephalus – Grundlagen der Therapie

Die Hydrocephalustherapie
Hydrocephalus (vom griechischen abgeleitet: Wasserkopf) ist eine Erkrankung verursacht durch Störungen im Wasser- und Hirnwasserkreislauf des Zentralnervensystems. Viele Ursachen und wissenschaftliche Hintergründe sind bis heute noch unklar und Gegenstand intensiver Forschung.
Die Behandlung der Störungen des Hirnwasserkreislaufs haben sich in den letzten 20 Jahren deutlich verbessert und basieren vor allem auf eingehender Untersuchung des individuellen Patienten. Endoskopische Behandlungsverfahren sowie spezielle Hirnwasserableitungen als auch telemetrische Messsonden gehören heutzutage zum Behandlungsspektrum der Kinderneurochirurgie.
Die Hydrocephalustherapie ist auf die Beseitigung pathologischer Hirnwasservermehrung im Bereich der Hirnwasserkammern (Ventrikel), aber auch der äußeren Liquorräume (Subarachnoidalraum, Arachnoidalzysten) gerichtet. In der modernen Hydrocephalustherapie existieren die Bezeichnungen Hydrozephalus internus und externus, welche im Jahre 1919 von Walter E. Dandy geprägt wurden, nicht mehr. Vielmehr ist die einfache Darstellung eines Hirnwasserkreislaufs aufgrund der neueren Forschungsergebnisse nicht haltbar.
Demzufolge wird die Hydrocephalustherapie heute wesentlich differenzierter betrachtet. Ursache sind häufig nicht nur einfache Abflussstörungen oder Störungen des Hirnwasserabbaus (Resorptionsstörung), sondern komplexe Störungen der Pulsation des Hirngewebes, der Hirnwasserkammern und der Blutgefäße. Hierdurch werden chronische Schäden erzeugt, die häufig erst im Erwachsenenalter bemerkt werden.
Es ist deshalb das wichtigste Anliegen des Kinderneurochirurgen, krankhafte Veränderungen früh zu erkennen und erfolgreich zu behandeln, um eine schleichende Erkrankung mit dem Resultat einer dauerhaften Behinderung im späteren Leben zu verhindern. Dabei sind wir auch in der Forschung involviert, um krankhafte Pulsationsmuster zu erkennen und von Normbefunden zu unterscheiden. Darüber hinaus werden Spätfolgen und Langzeitergebnisse von Hydrocephaluspatienten in den Sprechstunden im Rahmen von Nachbeobachtungsstudien erfasst.
Schleichende Hydrocephalussymptome
- Gangstörung, „Grobmotorik”, „Seemannsgang”, motorische Entwicklungsverzögerung, häufiges Stolpern
- Störung der geistigen Entwicklung, vor allem Gedächtnis- und Lernstörungen
- Blasenstörung, Einnässen und Inkontinenz
- Störungen der Augenbewegung (Sonnenuntergangsphänomen)
- Wachsender Kopfumfang über der Norm
Prinzipiell besteht die Therapie aus zwei grundlegenden Therapiemöglichkeiten, welche gegeneinander abgewogen und ggf. auch miteinander kombiniert werden können: Die Implantation eines sog. Shuntsystems und die endoskopische Versorgung.
Gerade komplexe Hydrocephalus stellen eine Herausforderung dar, bei der der Kinderneurochirurg durch Kombination von endoskopischer Behandlung und ggf. Shuntoperation ein optimales Ergebnis für die kleinen Patienten erzielen kann.
Weitere Informationen, Erstbeurteilung von Befunden und Kontakt erhalten sie unter hydrozephalus@kinderneurochirurgie-leipzig.de
Hydrocephalus-Sprechstunde
Für die häufig langjährige und komplexe ambulante Betreuung stehen neben Sprechstunden der Sozialpädiatrischen Zentren (SPZ) auch Hydrocephalus-Spezialsprechstunden zur Verfügung. Nur durch engmaschige ambulante Kontrollen kann ein optimales Ergebnis der Behandlung bis ins Erwachsenenalter gewährleistet werden.
Informationen zur Hydrocephalus-Sprechstunde können Sie per Email hier abrufen:
Patientenanfragen oder Terminvereinbarungen für die Pädiatrische Hydrocephalus-Sprechstunde:
+43 (0) 5 7255 – 26222
Patienten aus Deutschland können mit dem S2-Formular auch Ihre geplanten Kontrollen wahrnehmen. Informationen zur Behandlung in Österreich finden Sie hier:
https://www.krankenkassen.de/ausland/portable/s2/
