Hirntumor-Operationen bei Kindern
Wird bei einem Kind die Diagnose Hirntumor gestellt, muss in der Regel zunächst eine Operation durchgeführt werden. Dies soll die genaue Diagnose des Gewebes ermöglichen, da nur so auch eine exakte Therapie durchgeführt werden kann. Zum zweiten wird dem Kinderneurochirurgen die Frage gestellt, ob die Geschwulst operabel (also entfernbar) ist. Hierdurch werden die Heilungschancen entscheidend beeinflusst. Wichtig für die weitere optimale Behandlung oder sogar Heilung von Hirntumoren ist also die Qualität der kinderneurochirurgischen Behandlung. Wir setzen uns hierbei aktiv für eine Verbesserung der Behandlungsstandards durch Bildung Pädiatrisch-Neurochirurgischer Referenzzentren im Rahmen der HIT-Studien ein. Hierbei soll durch konsequente Therapie der Kinder durch Kinderneurochirurgen die Behandlung durch (Allgemein-)Neurochirurgen und Zentren ohne entsprechende Expertise vermieden und so die Qualität und das Risiko für die kleinen Patienten reduziert werden.
Eine Gehirnoperation bei Kindern (Pädiatrische Hirntumorchirurgie) ist kein Routineeingriff und erfordert nicht nur hinsichtlich Narkose und postoperativer Überwachung besonders geschultes Personal (Kinderanästhesie, Kinderintensivstation). Aufgrund der Vielzahl seltener Tumore, welche im Erwachsenenalter nicht vorkommen, ist eine solche Operation eine besondere Herausforderung. Da die meisten Hirntumore bei Kindern im Kleinhirn oder am Hirnstamm liegen (Medulloblastome, Astrozytome, Ependymome, Hirnstammgliome) und hier die Anatomie gegenüber Erwachsenen verändert ist, sollten solche Operationen von Kinderneurochirurgen mit besonderer Expertise durchgeführt werden. Auch Tumore am Sehnerven (sogenannte Optikusgliome, Chiasmagliome) oder Kraniopharyngeome (Erdheim-Tumor) sind zwar gutartige Geschwülste im Kindesalter, aber in einem sehr empfindlichen Gebiet des Gehirns gelegen, sodass hier die Operation höchste Ansprüche an das Können und die Erfahrung erfordert. Für solche hochkomplexen Gehirn-Operationen an Kindern existieren in Deutschland nur einige wenige universitäre Zentren. Nur mit einer ausreichenden Routine durch eine hohe Anzahl von jährlichen Hirntumor-Operation kann ein optimales Ergebnis bei höchster Sicherheit gewährleistet werden. Britische Studien konnten hier auch einen Zusammenhang zwischen Erfolg der Behandlung bzw. Komplikationen und der Expertise des Neurochirurgen klar belegen.
Die Operationen erfolgen an der Kinderneurochirurgie des Universitätsklinikums Salzburg. Durch 5-ALA-Tumor-Fluoreszenztechnik (Markierung der Tumorzellen mit einem Farbstoff, der während der Operation gesundes und krankes Gewebe unterscheiden hilft) und Neuromonitoring der wichtigen Hirnnerven und Nervenbahnen werden Eingriffe sicherer. Auch Tumore in schwierigen Lokalisationen, etwa im Hirnstamm, können in ausgewählten Fällen operiert werden; ob eine Operation möglich ist, wird individuell anhand von Bildgebung und Befund entschieden.
Für Fragen und Therapieanfragen stehen wir jederzeit unter info@kinderneurochirurgie-leipzig.de zur Verfügung!
