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Epilepsiechirurgie





Planung Kinderneurochirurgie

Wenn eine therapierefraktäre oder therapieschwierige Epilepsie vorliegt – d.h. in der Regel bei erfolgloser Behandlung mit zwei Medikamenten – ist die Wahrscheinlichkeit für ein anfallsfreies Leben und damit auch vor allem für eine ungestörte neurologische und kognitive Entwicklung reduziert. Zu diesem Zeitpunkt werden im Team von Neuropädiatern, Kinderneurochirurgen und Neurologen Möglichkeiten für eine weiterführende Diagnostik und möglicherweise epilepsiechirurgische Therapie erwogen.

Die aktuellen Studien belegen klar den Vorteil epilepsiechirurgischer Behandlung gegenüber der Behandlung mit Medikamenten bei Temporallappenepilepsie (Wiebe S, 2001, New England Journal of Medicine). Zum einen kann die lebenslange Medikamenteneinnahme meist verhindert werden, aber vor allem wird deutlich häufiger auch eine Heilung erzielt. Dies gilt auch für Epilepsien, bei welchen bereits zwei Medikamente versagt haben: Die medikamentöse Therapie hat hier mit 7% Wahrscheinlichkeit gegenüber 77% der operierten Kinder einen überwältigenden Vorteil hinsichtlich Anfallsfreiheit, Lebensqualität und Verhalten (Dwivedi, 2017, New England Journal of Medicine). Dennoch ist gerade in Deutschland die Zurückhaltung bei der Vorstellung von Kindern mit Epilepsie sehr niedrig und die medikamentöse Therapie wird über Jahre verschleppt, obwohl die wissenschaftlichen Erkenntnisse dagegen sprechen.

Bei der Epilepsiechirurgie im Kindesalter kommen neben der gezielten Entfernung von Epilepsieherden im Gehirn, der hochzielten Durchtrennung von Leitungsbahnen zur Unterbrechung von schweren Anfallsleiden auch die minimal-invasive Implantation von Vagus-Nerv-Stimulatoren (VNS-Systeme) oder Tiefe Hirnstimulation (DBS) zum Einsatz. Das Verfahren der Vagus-Nerv-Stimulation ermöglicht über eine Stimulation eines Nerven am Hals die Behandlung schwerster Epilepsieformen über einen speziellen «Nervenschrittmacher» ohne Operationen am Gehirn.

Syndromale Erkrankungen, welche für eine neurochirurgische Epilepsiebehandlung in Frage kommen, sind z.B. Tuberöse Sklerose, Sturge-Weber-Syndrom, Lennox-Gastaut-Syndrom, Dravet-Syndrom, Temporallappenepilepsien uvam. In Salzburg werden im Rahmen des ERN EpiCare alle hochmodernen Untersuchungsverfahren incl. PET und SPECT zur Fokusdiagnose und Langzeit-Video-EEG-Monitoring auf einer eigenen Überwachungseinheit für ältere Kinder und Jugendliche angeboten.

Wir arbeiten mit den Epilepsiezentren für Kinder und Erwachsene in Kehl-Kork, Bethel, Kleinwachau und Vogtareuth zusammen. Außerdem werden im Rahmen des ERN EPiCare Kinder zum Monitoring am AKH Wien diagnostiziert und behandelt.

Weitere Informationen zur Epilepsie-Behandlung können sie per Email erhalten:

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Epilepsiechirurgische Fragen und Fragen zu Spastik- und Schmerztherapie werden in Zusammenarbeit mit den Kollegen der Neuropädiatrie beantwortet.

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